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DCF 1.0

Seit 1991 sind wir vom Deutschen Kuratorium für therapeutisches Reiten als anerkannter Therapiebetrieb lizenziert.

Vor Ort findet man heute eine wunderschöne, einladende und moderne Reitanlage. Der vom DKThR als „Vorzeigeanlage in Deutschland“ kommentierte Therapiebetrieb findet innerhalb einer 20 x 40 Meter großen Reithalle statt, sowie bei schönem Wetter, auf den Wegen der näheren Umgebung. Zum Aufsteigen auf die Pferde und Ponys steht den Therapie-Patienten eine spezielle Rampe zur Verfügung, von der auch z.B. vom Rollstuhl aus ohne Probleme der Pferderücken erreicht werden kann.

Die sechs Therapiepferde und Ponys, leben in großen, hellen Boxen mit Paddocks. Zur Erholung nach der Therapiearbeit stehen ihnen Koppeln bzw. im Winter der an die Reithalle angrenzende Sandplatz zur Verfügung. In Rasse und Größe wurde sorgfältig ein ‚bunter Mix’ von Pferden und Ponys zusammengestellt. Dadurch ist es möglich für jeden Patienten einen passenden Therapiepartner zu finden. Therapiepferde benötigen einen guten Charakter, müssen gelehrig und seelisch belastbar sein, denn die Therapiearbeit fordert von ihnen höchste Konzentration und Gelassenheit, sowie Vertrauen zum Therapeuten. Eine weitere wichtige Voraussetzung zum erfolgreichen Therapiepferd sind taktreine gute Grundgangarten.

Pferde sind als Therapiepartner ideal geeignet. Wer einmal gesehen hat, wie therapiemüde Kinder auf dem Pferderücken aufleben oder wie verhaltensgestörte Kinder durch den Umgang mit dem Pferd ihre Schwierigkeiten besser meistern, dem wird der Nutzen des therapeutischen Reitens sofort einleuchten. Pferde haben einen hohen Aufforderungscharakter, sind sehr einfühlsam und rücksichtsvoll. Sie haben ein feines Gespür für Stimme und Stimmungen. Sie zeigen Angst, Ungeduld, Unruhe oder reagieren auf falsche Behandlung. Dadurch fordern sie den Klienten zum Handeln, zum Reagieren auf. Sie sind vorurteilslos, offen und neugierig. Pferde erwarten Respekt, Lob und Anerkennung. Sie können sich nicht verstellen und rächen sich nicht. Auf negative Erfahrungen reagieren sie ehrlich mit abweichendem Verhalten.
Der Umgang mit Pferden erfordert Mut, Selbstbeherrschung, Verantwortungsgefühl, Kreativität, Eigeninitiative, Zielstrebigkeit, Zuverlässigkeit und vieles mehr. Motivierung zum Umgang mit dem Pferd ist dabei natürlich meist das Reiten selbst. Gerade für Menschen mit Behinderungen aller Art stellt es eine Fortbewegung auf vier gesunden Füßen dar, basierend auf Vertrauen zu sich selbst und zum Partner.

Innerhalb der letzten Jahrzehnte hat sich das Therapeutische Reiten stets weiterentwickelt. Die bedeutendsten Fachbereiche stellen heute die Hippotherapie, das Heilpädagogische Reiten und Voltigieren, sowie das Reiten als Sport für Menschen mit Behinderungen dar. Diese drei Bereiche können sich in der Praxis überschneiden bzw. ergänzen oder aufeinander aufbauen.